Peritonealdialyse

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Peritonealdialyse 2017-08-12T11:42:33+00:00

Peritonealdialyse (PD-) Patienten

Bevor mit sportlichen Aktivitäten begonnen wird, muss der Katheter fest und reizlos in die Bauchwand eingeheilt sein. Das ist in der Regel 10-12 Wochen nach seiner Katheteranlage der Fall. Da das Dialysat die Bauchwand belastet, kann es zu Fehlhaltungen, wie z.B. einem Hohlkreuz kommen. Eine Rückenschule, die eine gute Körperhaltung aufbaut, ist zu empfehlen. Bauch, Rücken- und Rumpfmuskulatur sollten gekräftigt werden. Zur Verbesserung der Atemtätigkeit wäre eine Atemschule zum Erlernen von Atemtechniken nützlich.

Mögliche Probleme für die Sportpraxis bei PD-Patienten sollten beachtet werden:

  • Mechanische Probleme am Katheter
  • Anstieg des Druckes im Bauchraum durch das Dialysat
  • Verminderung der Zwerchfellbeweglichkeit (negativer Einfluss auf die Atmung)
  • Gefahr der Überlastung der Bauchwand (Hernien)
  • Möglicher Blutdruckabfall unter Belastung
  • Teilweises Auftreten von Hypokaliämien
  • Peritonitisgefahr (Verschluss oder Infektionen, die zur operativen Entfernung des Katheters führen)

Daraus ergeben sich für die Bewegungstherapie mit PD-Patienten folgende methodische Konsequenzen:

  • Fixierung des Katheters durch Pflaster
  • Vermeiden von direktem Druck oder Zug auf den Katheter: keine Übungen mit sehr starken Verwringungen des Rumpfes, keine starken Rumpfvorbeugen
  • keine Übungen in Bauchlage
  • keine Seitenlage ohne Abstützen
  • Keine Sportarten oder Trainingsformen, die zu Verletzungen führen können, keine „harten „ Spielgeräte
  • Vermeiden von überhöhten Kraftbelastungen (Verhindern von Pressatmung)
  • Teilentleerung des Bauches (Reduktion des Beutelinhaltes, evtl. Lösung mit niedrigerer Glukosekonzentration verwenden)
  • Vermeiden von Situationen mit orthostatischen Fehlbelastungen (keine schnellen Lagewechsel, langes Stehen ohne Bewegung oder schnelles Hin- und Herbewegen des Kopfes und Vermeiden von Belastungen weit oberhalb der aeroben Schwelle)
  • Keine abrupten Belastungsabbrüche, Belastung langsam ausklingen lassen
  • Zur Vermeidung einer Peritonitisgefahr:
    • Schweißreste nach dem Sport abduschen
    • Katheteraustrittsstelle mit sauberem Handtuch abtrocknen und frischem Verband bedecken
    • Beim Schwimmen Katheteraustrittsstelle durch wasserfesten Verband schützen